Farbe und Webdesign: Die häufigsten Fehler, die das Farbgleichgewicht stören!

Bei der 60/30/10-Regel, einer Richtlinie für Farbanteile, wird ein Design in drei Teile unterteilt: 60 % entfallen auf die dominante Farbe, 30 % auf die sekundäre Farbe und 10 % auf die Akzentfarbe. So erhält Ihre Website eine klare visuelle Hierarchie, ohne dass Sie jede Designentscheidung überdenken müssen.

Das sind die häufigsten Fehler, die das Farbgleichgewicht einer Website stören.

Akzentfarbe zu oft verwendet

Wenn die 10-%-Farbe 20 oder 25 % des Layouts bedeckt, hört sie auf, ein Akzent zu sein, und wird zur Sekundärfarbe. Dadurch flacht alles ab und die Dringlichkeit oder Richtung, die es geben sollte, verschwindet.

Die Farben sind sich in der Sättigung zu ähnlich.

Wenn Dominant, Sekundär und Akzent ungefähr den gleichen Ton und die gleiche Helligkeit haben, gibt es keine Hierarchie. Das Auge weiß nicht, wohin es sich wenden soll. Der Kontrast zwischen den einzelnen Rollen ist genauso wichtig wie die Proportionen selbst.

Bilder sollten unabhängig vom Farbsystem behandelt werden.

Selbst wenn die Farbverteilung perfekt kalibriert ist, kann ein Heldenbild mit fünf gesättigten Farben, die mit Ihrer Palette kollidieren, alles überschreiben. Wähle deshalb Fotografien aus, die entweder mit deiner Palette übereinstimmen oder bewusst neutral sind.

Es gibt eine inkonsistente Anwendung über Seiten hinweg.

Ich sehe das ständig bei WordPress-Seiten, die im Laufe der Zeit von verschiedenen Personen erstellt wurden. Die Startseite folgt einer Farbpalette, der Blog verwendet eine leicht andere Akzentfarbe und der WooCommerce-Shop hat wiederum seine eigenen Farben. Nur wenn diese Regel überall angewendet wird, baut sie Vertrauen und Markenbekanntheit auf.

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Was bedeutet die 60/30/10-Regel im Webdesign?

Im Webdesign werden Farben gemäß der 60/30/10-Regel wie folgt verteilt: 60 Prozent entfallen auf die dominante Hintergrundfarbe, die den Gesamtton bestimmt. 30 % entfallen auf eine Sekundärfarbe, die Struktur und Kontrast in Elementen wie Navigations- oder Kartenbehältern bietet. Die restlichen 10 % entfallen auf eine Akzentfarbe, die für CTAs, Links und wichtige interaktive Elemente reserviert ist. Durch diese Aufteilung entsteht eine visuelle Hierarchie, die die Aufmerksamkeit der Nutzer lenkt, ohne dass diese bewusst konstruiert werden muss.

Was bedeutet die 60/30/10-Regel im UI-Design?

Im UI-Design gelten die gleichen Proportionen, allerdings auf einer detaillierteren Ebene. Die dominante Farbe (60 %) bildet den Hintergrund der Benutzeroberfläche und ist für die Gesamtstimmung von entscheidender Bedeutung. Die Sekundärfarbe (30 %) wird in UI-Komponenten wie Seitenleisten, Modals und sekundären Abschnitten verwendet. Die Akzentfarbe (10 %) erscheint bei interaktiven Elementen wie Buttons in aktiven Zuständen sowie bei Benachrichtigungen und Links. Sie signalisiert: „Hier ist etwas umsetzbar.“

Gelten neutrale Farben bei der 60/30/10-Regel als „neutral”?

Ja, die meisten guten Webdesigns verwenden einen neutralen Farbton als dominierende 60 %. Gängige Optionen sind Weiß, Off-White, Hellgrau und dunkle, nahezu schwarze Töne, da sie vielseitig sind und die Sekundär- und Akzentfarben die Persönlichkeit der Marke zur Geltung bringen. Neutrale Töne können auch in der Nebenrolle funktionieren, besonders bei dunkleren Designs, bei denen Struktur durch subtile Tonwechsel statt durch dramatische Farbwechsel erzeugt wird.

Wie viele Farben sollte ein Webdesign verwenden?

Die 60/30/10-Regel funktioniert mit drei verschiedenen Farben. In der Praxis kann jede Farbe durch Schattierungen und Tönungen erweitert werden. Dazu werden eine hellere und eine dunklere Version desselben Farbtons verwendet, um innerhalb der drei Rollen Tiefe zu schaffen. Wenn mehr als drei Farben verwendet werden, führt das oft zu visuellem Rauschen. Wenn du das Bedürfnis nach einer vierten Farbe hast, bedeutet das in der Regel, dass eine deiner drei ursprünglichen Farben ihre Aufgabe nicht erfüllt.

Welche Tools eignen sich gut, um eine 60/30/10-Farbpalette zu erstellen?

Coolors ist ein solider Ausgangspunkt, um harmonische Paletten zu erstellen. Adobe Color bietet hingegen mehr Kontrolle über die Farbbeziehungen innerhalb des Farbkreises. Lassen Sie die Kandidaten vor der Festlegung durch den Kontrastprüfer von WebAIM laufen, um die Zugänglichkeit zu überprüfen.

Kann man die 60/30/10-Regel auf Darkmode-Designs anwenden?

Absolut. Bei einem dunklen Design machen die dominanten 60 Prozent einen tiefen Hintergrund in Anthrazit-, Dunkelmarineblau- oder fast Schwarz-Tönen aus. Die sekundären 30 % sind ein etwas hellerer oder anders gesättigter Ton. Auf Karten und Behältern bieten sie eine erhabene Oberfläche. Damit er sich deutlich vom dunklen Hintergrund abhebt, muss der Akzent (10 %) typischerweise einen kontrastreicheren, lebendigeren Farbton haben als bei einem hellen Design.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren: